
Verschiedene Transportwege
Frachtkosten lassen sich nicht auf eine einzige Zahl reduzieren — sie hängen von Gewicht, Volumen, Transportweg, Versandart und einer Reihe von Zuschlägen ab. Unser Rechner deckt alle drei wesentlichen Szenarien ab: Pakete und Kurierversand, Stückgut per LKW innerhalb Europas, und internationale Sendungen per Luft- oder Seefracht. Je nach Eingabe erhalten Sie sofort einen realistischen Richtwert auf Basis aktueller Marktdaten 2026.
Seefracht: Die günstigste Option für große Mengen
Für Sendungen ab etwa 1 CBM Volumen ist Seefracht aus Asien die wirtschaftlichste Wahl. Ein 20-Fuß-Container (FCL) aus China nach Deutschland kostet je nach Saison und Marktlage zwischen 1.200 und 3.500 USD. LCL-Sammelladung (Less than Container Load) eignet sich für kleinere Mengen und kostet typischerweise 80 bis 150 USD pro CBM. Der Rechner berücksichtigt automatisch das Volumengewicht Ihrer Sendung.
Luftfracht: Schnell aber kostspielig
Luftfracht ist etwa 4 bis 6 Mal teurer als Seefracht, aber mit Laufzeiten von 3 bis 7 Tagen unschlagbar schnell. Richtwerte für Luftfracht aus China nach Deutschland liegen bei 4 bis 8 USD pro Kilogramm — abhängig vom tatsächlichen Gewicht oder dem Volumengewicht (Länge x Breite x Höhe in cm / 5.000). Bei leichten, voluminösen Waren gilt das Volumengewicht.
LKW-Stückgut innerhalb Europas
Für Sendungen aus EU-Ländern ist LKW-Transport die Standardoption. Palettierte Ware wird als Stückgut (LTL) oder als Ganzzug (FTL) transportiert. Typische Kosten für eine Euro-Palette von Polen nach Deutschland: 80 bis 150 €. Zuschläge für Hebebühne, Hauszustellung oder Gefahrgut werden im Rechner separat ausgewiesen.
Frachtkosten richtig kalkulieren: Was Importeure wissen müssen
Wie werden Frachtkosten berechnet?
Spediteure berechnen Frachtkosten entweder nach dem tatsächlichen Gewicht oder dem Volumengewicht — es gilt immer das höhere der beiden Werte. Das Volumengewicht berechnet sich bei Seefracht als Länge x Breite x Höhe (in cm) / 6.000 und bei Luftfracht als / 5.000. Wer leichte, sperrige Waren importiert, zahlt also nach Volumen — nicht nach Gewicht. Unser Rechner ermittelt automatisch, welcher Wert für Ihre Sendung maßgeblich ist.
Was sind die größten Kostenfallen bei der Frachtkalkulation?
Der häufigste Fehler ist die Unterschätzung von Nebenkosten. Zu den Grundfrachtkosten kommen regelmäßig hinzu: Brennstoffzuschlag (Bunker Adjustment Factor, BAF), Sicherheitszuschlag, Hafen- und Terminalgebühren (THC), Zollabfertigungskosten und gegebenenfalls Kosten für Sondertransporte oder Kühlkette. Bei Drittlandimporten fallen zusätzlich Einfuhrzoll und 19 % Einfuhrumsatzsteuer auf den Zollwert an. Der internationale Tab unseres Rechners berechnet diese Abgaben automatisch mit.
Seefracht oder Luftfracht: Was passt zu meiner Sendung?
Die Entscheidung hängt von drei Faktoren ab: Zeitdruck, Sendungsgröße und Warenwert. Als Faustregel gilt: Bei einem Warenwert unter 5 USD pro Kilogramm lohnt sich Seefracht in fast allen Fällen. Darüber wird Luftfracht wirtschaftlich interessant, weil die schnellere Lieferzeit Lagerkosten und Kapitalbindung reduziert. Zeitkritische Waren wie Mode, Elektronik oder Ersatzteile werden daher häufig per Luftfracht importiert, während Möbel, Maschinen oder Rohstoffe fast immer per Seefracht kommen.
Was ist Volumengewicht und warum ist es wichtig?
Das Volumengewicht — auch „Frachtgewicht“ oder „chargeable weight“ genannt — verhindert, dass Spediteure für leichte, sperrige Pakete zu wenig berechnen. Eine leere Kiste mit 1 CBM Volumen wiegt vielleicht nur 20 kg, belegt aber denselben Platz wie 166 kg dichtes Material. Der Spediteur berechnet daher das Volumengewicht: 100 x 100 x 100 cm / 5.000 = 200 kg. Wer das nicht beachtet, kalkuliert systematisch zu niedrig.
Welche Incoterms bestimmen, wer die Frachtkosten trägt?
Je nach vereinbartem Incoterm trägt entweder Käufer oder Verkäufer die Frachtkosten — und das Risiko. Bei FOB (Free on Board) trägt der Käufer alle Kosten ab dem Verschiffungshafen. Bei CIF (Cost, Insurance, Freight) übernimmt der Verkäufer Fracht und Versicherung bis zum Bestimmungshafen. Für die Zollberechnung in Deutschland ist immer der CIF-Wert maßgeblich — also Warenwert plus Fracht plus Versicherung bis zur EU-Außengrenze. Mehr dazu in unserem Incoterms-Erklärer.
Wie stark schwanken Frachtkosten im Jahresverlauf?
Seefrachtraten sind stark saisonal und reagieren sensitiv auf globale Ereignisse. Der Drewry World Container Index schwankte zwischen 2020 und 2024 um den Faktor 10 — von unter 1.500 USD auf über 10.000 USD pro 40-Fuß-Container. Für 2026 liegen die Raten auf einem normalisierten Niveau, aber Störungen durch Wetterereignisse, Hafenstreiks oder geopolitische Krisen können Raten innerhalb von Wochen erheblich bewegen. Planen Sie daher immer mit einem Puffer von 15 bis 20 % über dem aktuellen Richtwert.
Frachtkosten planen — mit import.de
Frachtkosten sollten nicht einmalig zu Beginn eines Projekts kalkuliert werden, sondern regelmäßig — besonders bei längeren Vorlaufzeiten. Nutzen Sie unseren Rechner als schnellen Orientierungswert, und holen Sie vor jeder konkreten Bestellung ein verbindliches Angebot bei Ihrem Spediteur ein. Bei wiederkehrenden Sendungen lohnt sich oft ein Rahmenvertrag mit einem Logistikdienstleister, der Ihnen stabile Raten über mehrere Monate sichert.
Alle Angaben basieren auf Marktdaten 2026 (TAC Index, Drewry WCI, DHL/FedEx/Hapag-Lloyd) und dienen als Richtwerte ohne Rechtsverbindlichkeit.